Aufbau und Inhalt von Zeugnissen

Grundsätzlich obliegt es dem Arbeitgeber, das Zeugnis zu formulieren. Er ist frei bei seiner Entscheidung, welche Leistungen und Eigenschaften des Arbeitnehmers er mehr hervorheben oder zurücktreten lassen will. Das Zeugnis muss wahr sein und darf auch dort keine Auslassungen enthalten, wo der Leser eine positive Hervorhebung erwartet. Andererseits darf das Zeugnis das Fortkommen des Arbeitnehmers nicht ungerechtfertigt erschweren. Es muss laut Bundesarbeitsgericht von verständigem Wohlwollen gegenüber dem Arbeitnehmer getragen sein.

In diesem Spannungsverhältnis zwischen Wahrheitspflicht und Wohlwollen steht die Formulierung eines jeden Zeugnisses. Das Zeugnis kann jedoch nur im Rahmen der Wahrheit verständig wohlwollend sein. Dies bedeutet, dass zwischen diesen beiden Grundsätzen im Zweifelsfall die Wahrheit vor dem Wohlwollen rangiert.

Nutzen Sie die Chance Ihr Zeugnis selbst zu formulieren.


Sehr oft können Sie erheblichen Einfluss auf die Formulierung des Zeugnisses nehmen, da Sie den Beteiligten eine oft als unangenehm empfundene Arbeit abnehmen. Sollten Sie im Rahmen einer Aufhebung des Arbeitsvertrages aus dem Unternehmen ausscheiden, achten Sie darauf, das Zeugnis als Anhang des Aufhebungsvertrages zu vereinbaren. So vermeiden Sie unangenehme Überraschungen.

Der klassische Zeugnisaufbau


Der Aufbau eines qualifizierten Zeugnisses richtet sich allgemein nach folgendem Muster:

  • Persönliche Daten
  • Art und Dauer der Beschäftigung
  • Aufgaben und Verantwortungsbeschreibung
  • Beurteilung der Leistung und Ergebnisse
  • Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern
  • Schlussformulierung (sog. magischer Vierklang)
  • Datum und Unterschrift

Das Zeugnis ist schriftlich zu erteilen und zu unterschreiben. In seiner äußeren Form muss es den – im Geschäftsleben üblichen – Mindestanforderungen genügen. Das Zeugnis ist in der Regel auf einem Firmenbogen mit ordnungsgemäßem Briefkopf auszustellen, aus dem Name und Anschrift des Ausstellers erkennbar sind. Ein unsauber geschriebenes Zeugnis (Schreibfehler, Ausbesserungen, Streichungen, Knicke, Flecken) kann der Arbeitnehmer zurückweisen.

Durch die äußere Form darf nicht der Eindruck entstehen, dass der ausstellende Arbeitgeber sich von dem Wortlaut seines Zeugnisses distanziert.

Geheimzeichen, mit denen der Arbeitnehmer in positiver oder negativer Hinsicht gekennzeichnet werden soll, sind nicht erlaubt. Auch Anführungsstriche, Ausrufungszeichen und Unterstreichungen sind nicht zulässig.

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